Urlaubszeit: Gott ist auch auf Campingplätzen und Flughäfen zu finden
Gottesdienste auf Berggipfeln, Schipisten und in Thermen: Im Sommer
hat die Tourismuspastoral Hochbetrieb
(KAT - 30.07.2010 12:44 Uhr) Wien, 30.07.10 (KAP) Wer sich in der Urlaubszeit nach Spiritualität
sehnt, findet Gott mitunter auch auf Campingplätzen, Bergspitzen
oder beim Zwischenstopp auf Flughäfen: Das Arbeitsfeld des
Tourismuspastoral der Katholischen Kirche ist vielfältig und
abwechslungsreich. "Es gibt in allen Diözesen Referate für
Tourismuspastoral, die unterschiedlich wahrgenommen wird",
berichtete Roland Stadler, Vorsitzender des Österreichischen
Arbeitskreises für Tourismus- und Freizeitpastoral im Gespräch mit
"Kathpress".
Das Angebot der Kirchen orientiert sich dabei ganz an den
regionalen, wirtschaftlichen und auch touristischen Eigenarten der
jeweiligen Bundesländer. So richtet sich etwa die Tourismuspastoral
der Erzdiözese Wien ganz nach den Herausforderungen des
Städtetourismus und bietet mehrsprachige Messen und Kirchenführungen
an. In Salzburg und Tirol wiederum gibt es einen ausgeprägten
Pilgerschwerpunkt, in der Steiermark finden Gottesdienste hingegen
auch einmal in Thermen statt. Die Diözese Gurk-Klagenfurt setzt
indes auf Gebirgsmessen, Camping-Gottesdienste und spirituelle
Wanderungen bzw. Radtouren.
Auch Berg- und Gipfelmessen oder Veranstaltungen wie z.B. die
traditionelle Schiffsprozession am Wörthersee gehören zum
Aufgabenbereich der Tourismuspastoral. Darüber hinaus ist die
Tourismuspastoral in der jeweiligen Diözese auch Ansprechpartner für
Kirchenführungen. Dabei setze man "eher auf Spiritualität, als auf
endlose Jahreszahlenlitaneien" und versuche, "das Verständnis für
den spirituellen Raum zu öffnen." Grundsätzlich arbeite man auch eng
mit Tourismusverbänden und -organisationen zusammen, um den
Besuchern Österreichs ein gutes Angebot bieten zu können, berichtete
Stadler.
Generell gehörten Familien mit religiösem Hintergrund ebenso zur
Zielgruppe der Tourismuspastoral wie Kulturinteressierte, zunehmend
auch reisefreudige Senioren oder auch Geschäftsleute, die das ganze
Jahr über unter Druck stehen und wenig Zeit für Spiritualität haben.
Gerade diese bildeten eine relativ breite Gruppe, so Stadler. "Die
Riesenchance der Tourismuspastoral ist, am Randbereich der Kirche
tätig zu sein." Durch entsprechende Angebote könne man auch Menschen
ansprechen, die bereits aus ihrer Kirche ausgetreten sind und so
"den Faden zu diesen Menschen nicht abreißen lassen".
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